Ein Klassiker. Seit 2013.

Sonntag, 28. November 2021

Meldung vom: Mittwoch, 26. Juni 2013 um 18:48 Uhr | Kategorie: Kultur | Autor:  Sebastian Großert

Hellmut Seemann bleibt bis 2019 Klassik-Präsident

Never change a running system: Der Vertrag von Hellmut Seemann als Präsident der Klassik-Stiftung Weimar ist vorfristig bis 2019 verlängert worden.

Wie die Stiftung am Mittwoch mitteilte, votierte der Stiftungsrat einstimmig dafür, den Vertrag mit Seemann bis zum 31. Juli 2019 fortzuschreiben. Seemann war 2001 von der Frankfurter Kunsthalle Schirn zur Stiftung gekommen, seine laufende Amtszeit endet regulär 2015.

Vor zwei Jahren hatte es um Seemann eine heftige interne Debatte gegeben: Der Stiftungsrat beschloss zunächst, seinen Vertrag nicht zu verlängern und die Position auszuschreiben. Seemann bewarb sich jedoch wieder, und kurz vor der entscheidenden Abstimmung zog sein einziger verbliebener Gegenkandidat, der Berliner Literaturprofessor Ernst Osterkamp, seine Bewerbung zurück. Der Stiftungsrat votierte daraufhin dafür, Seemann auf dem Präsidentenposten zu belassen. In dem Gremium sitzen Vertreter von Land, Bund, Stadtverwaltung und Stadtrat sowie ein Freiburger Professor, eine Vertreterin der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und Michael Prinz von Sachsen-Weimar und Eisenach als Nachkomme der Weimarer Herzogsfamilie. 

Thüringens Kulturminister Christoph Matschie (SPD) begründete die vorzeitige Vertragsverlängerung damit, dass die Umsetzung des Masterplans der Klassik-Stiftung mit der Generalsanierung des Stadtschlosses, dem Bau des Zentralen Museumsdepots und des Bauhaus-Museums Kontinuität an der Spitze erfordere. Eine weitere Vertragsverlängerung über 2019 hinaus dürfte indes unwahrscheinlich sein: Seemann ist Jahrgang 1953, sein nun geltender Vertrag reicht bereits über die Vollendung des 65. Lebensjahrs hinaus.

Der Stiftungsrat beschloss außerdem, das Berliner Büro AFF Architekten mit der generellen Sanierungsplanung für das Stadtschloss zu betrauen. Referenzprojekte des Büros belegten die besondere Eignung für die denkmalgerechte Wiederherstellung historischer Bauwerke. So hätten AFF Architekten die Sanierung von Schloss Freudenberg in Freiberg geplant sowie den Ausbau des Georgenbaus am Dresdner Schloss. Für das "Zentrum Taufe St. Petri-Pauli", der Taufkirche Martin Luthers in Eisleben, sei AFF kürzlich mit dem Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden.

Die Stiftung informierte den Stiftungsrat zudem darüber, dass für die Beseitigung der Hochwasserschäden in den Parkanlagen rund eine Million Euro aufgewendet werden müssten. Zur Finanzierung wolle die Stiftung auf den Fluthilfefonds des Bundes und der Länder zurückgreifen.


Artikel kommentieren

comments powered by Disqus