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Donnerstag, 18. Juli 2019

Meldung vom: Mittwoch, 13. Mai 2015 um 20:51 Uhr | Kategorie: Stadtpolitik | Autor:  Sebastian Großert

OB Wolf degradiert Stellvertreter Kleine

Wenige Wochen nach der Wahl der neuen Beigeordneten Claudia Kolb hat Weimars Oberbürgermeister die Führungsstruktur im Rathaus umgemodelt - auf Kosten seines Stellvertreters Peter Kleine.

Weimars Oberbürgermeister Stefan Wolf hat seinem Stellvertreter, Bürgermeister Peter Kleine, die wichtigsten Kompetenzen entzogen. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, wird Wolf selbst künftig in der Stadtverwaltung für Finanzen zuständig sein. Die im März gewählte Beigeordnete Claudia Kolb werde die Bereiche Ordnung und Bauen betreuen. Für alle drei Bereiche war bisher Kleine zuständig. Der im März 2013 gewählte Finanzfachmann Kleine - zuvor war er als Referatsleiter im Thüringer Innenministerium für den Kommunalen Finanzausgleich zuständig - soll sich in Weimar künftig um die Bereiche Familie, Bildung und Sport kümmern.

Eine nachvollziehbare Begründung für den Schritt blieb die Stadt in ihrer Mitteilung schuldig. Es ist lediglich davon die Rede, die Neuordnung sei "in den beruflichen Erfahrungen von Frau Dr. Kolb ebenso begründet wie in dem Wunsch, die Gestaltungsmöglichkeiten der Stadtverwaltung Weimar weiter zu optimieren". Kolb kommt vom Thüringer Rechnungshof, wo sie bisher als Referatsleiterin tätig war.

Dass Wolf die Finanzen selbst übernimmt, dürfte mit Differenzen mit Kleine zu erklären sein. Der bisherige Finanzbürgermeister steht für einen finanziellen Konsolidierungskurs. Zuletzt hat er zum zweiten Mal hintereinander versucht, bei der Aufstellung des Haushalts das beitragsfreie Kita-Jahr abzuschaffen. In letzter Minute fiel ihm Wolf in die Parade und schlug sich auf die Seite der Befürworter der Familienförderung.

Grünen-Fraktionschef Andreas Leps, der bei der Beigeordnetenwahl gegen Claudia Kolb angetreten war und verloren hatte, kommentierte die personelle Rochade so: "Der Oberbürgermeister sorgt dafür, dass alle, die nicht für ihn sind, nicht mehr viel zu sagen haben".


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